Geht sterben wieder vorbei?                                                            Eine Rezension zu einem wunderbaren, hilfreichen, ehrlichen Bilderbuch von Mechthild Schroeter-Rupieper mit Bildern von Imker Sönnichsen

„Doris, hast du schon gehört, Mechthild (Schroeter-Rupieper, Lavia Familientrauerbegleitung) hat ein Bilderbuch geschrieben. Kennst du es? Wie ist es?“ Ja, wie ist dieses Bilderbuch zum Thema Tod und Trauer? 

Zuerst einmal, möchte ich sagen: Diese Buch ist ganz besonders. Es erzählt gleichzeitig eine Geschichte in der zwei Kinder, begleitet von Ihren Eltern, um ihren Opa trauern und es gibt, in einer Art Frage-Antwort-Spiel, sachliche Informationen rund um das Sterben und Traurig-Sein.

In der Geschichte erfahren, erleben und lernen die Kinder, Marlene und Paul, wie es möglich ist traurig zu sein und trotzdem weiter zu leben. Sie erfahren und bedenken Rituale. Sie hören, dass es ganz normal ist, wenn Menschen weinen und gleichzeitig auch lachen können. Sie erleben, dass Erinnerungen wichtig sind und wissen, dass es gut tun kann, wenn nach einer Beerdigung die Menschen miteinander essen und von der verstorbenen Person sprechen. 

In den Frage-Antwort-Texten gibt es viele Informationen. Mechthild Schroeter-Rupieper greift Fragen auf, die Kinder in ihren Trauergruppen immer wieder stellen. Sie beantwortet die Fragen kindgerecht, sachlich, ehrlich und in einer achtsamen Sprache und bezieht auch Gedanken von Kindern, die sie in vielen Trauerbegleitungsgesprächen gesammelt hat, mit ein.

Die titelgebende Fragestellung Geht Sterben wieder vorbei?, wird z.B. folgendermaßen beantwortet: „Jedes Lebewesen, das gestorben ist, egal ob eine Pflanze, ein Tier oder Mensch, wird für immer tot sein und nicht wiederkommen. Mit dem Tod verändert sich der Körper. So wie ein Apfel schrumpelig und irgendwann wieder zu Erde wird, geschieht es auch mit dem Körper des Menschen. Deshalb kann ein verstorbener Mensch in Erinnerungen, Träumen und Geschichten, aber nicht in echt wiederkommen.“

Die weiteren Fragestellungen sowie deren Antworten nehmen die Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Es gibt Sachinformationen, Gedanken zur persönlichen Auseinandersetzung, Symbole und Symbolgeschichten, die vom Sterben erzählen, Hilfestellungen für das (gemeinsame) Trauern, Antworten zu Fragestellungen die die Sinnhaftigkeit von Ritualen bedenken usw.

Noch etwas ist aus meiner Sicht als eine Besonderheit des Buches anzumerken. Implizit werden von Mechthild Schroeter-Rupieper in den Texten viele Ideen für die Begleitung von trauernden Kindern vorgestellt: Handschuh und Mantel, bemalen der Urne oder des Sarges, Ideen zu was man in ein Grab hineinlegen könnte, Gestaltung einer Trauerfeier...

Die von Inke Sönnichsen gestalteten Bilder unterstreichen den Inhalt der Geschichte und geben den Frage-Antwort-Texten einen guten Rahmen.

Was es noch zu wünschen gäbe? Drei Wünsche an die Autorin und den Verlag sind mir eingefallen:

Wunsch 1: Vielleicht wäre es möglich aus den Frage-Antwort-Texten eine Art Frage-Antwort-Kartei zu gestalten. Gerade für den Einsatz im schulischen Kontext könnte ich mir das gut vorstellen. So könnten sich Kinder und Jugendliche – auch wenn es mir durchaus bewusst ist, dass Erwachsene Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer begleiten müssen – selbstständig informieren bzw. mit anderen Kindern direkt in ein Gespräch kommen. Schön wäre es auch noch, wenn es zu jedem Frage-Antwort-Text Fragestellungen geben würde, mit Hilfe derer die Kinder und Jugendlichen weiterdenken könnten.

Wunsch 2: Im Buch wird eine Musterfamilie mit Vater, Mutter und zwei Kindern (Mädchen und Bub) und ihr Umgang mit Tod und Trauer vorgestellt. In der Realität gibt es aber viele verschiedene Familienmodelle. Getrennte Eltern betrauern ein gemeinsames Kind, Stiefgeschwister den Tod eines Geschwisterkindes, Enkelkinder den Tod eines Großelternteils mit dem sie z.B. durch eine Trennung kaum mehr Kontakt haben, gleichgeschlechtliche Paar unterstützen ihre Kinder in der Trauer usw. Vielleicht könnte dies in einem weiteren Buch berücksichtigt werden?

Wunsch 3: Wir leben in einer interkulturell und interreligiös geprägten Welt. Kurz wird im Buch dieser Tatsache bereits entsprochen. Es wird informiert, wie Menschen in „anderen Ländern oder Religionen bestattet“ werden. Vielleicht wäre es in einem weiteren Buch möglich weitere Informationen aus verschiedensten Kulturen und Religion vorzustellen, um Verständnis zu schaffen. 

Das Buch möchte ich allen erwachsenen Menschen empfehlen, die mit Kindern über Tod und Trauer sprechen möchten. Ganz besonders empfehle ich es für alle die in der Schule Kinder begleiten: Lehrer*innen, Leiter*innen von Schulen, Mitglieder der Elternvereine, Sozialarbeiter*innen im schulischen Kontext... Danke, liebe Mechthild und danke liebe Imke Sönnichsen!

Lernlandschaft Religion

Symbol Herz: Mehr als alles andere hüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus (Grundstufe II)

 

Die Idee der Lernlandschaft Religion will Schüler*innen in der Auseinandersetzung mit Themen und Inhalten des Religionsunterrichts, aber auch in der Umsetzung von Erkenntnissen - auch in einem gesellschaftspolitischen Rahmen - unterstützen. Eigenständiges Entdecken und Erforschen, Erkennen und verstehen Lernen sowie das Umsetzen von Erkenntnissen in Aktionen - manchmal auch außerhalb der Klassenzimmer bzw. der Schule, sind unter anderem Eckpunkte von Lernlandschaften.

Lernlandschaft Religion_Symbol Herz_Auss
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Ich bin einmalig_Gedicht
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TabuFrei über Tod und Leben sprechen

Astrid Bechter-Boss, Trauernetzwerk Aspetos, hat mich zum TabuFrei Interview eingeladen. Trennung, Tod, Trauer in der Schule waren die Themen die wir miteinander angesprochen haben.

Jeder Mensch ist einmalig - Symbolkarten

© Doris Gilgenreiner / Georg Vith

 

Menschen sind, davon bin ich überzeugt, von Grund her neugierig und wollen die Welt und das was es zu endecken gibt auch entdecken. Erforschen, entdecken, darüber nachdenken und mit anderen im Gespräch sein: Das ist LERNEN. Auch in der Schule! Die neu erschienen 12 farbenfrohen Symbolkarten wollen Lehrpersonen und Schüler/innen gemeinsam auf eine Entdeckungsreise mitnehmen:

 

Da habe ich etwas ganz Besonderes entdeckt (Schatzkiste).

Diese Nuss habe ich geknackt (offene Nuss).

Das hat mich sauer gemacht (Zitrone).

Darauf bin ich noch neugierig (Lupe).

 

... und noch mehr Nachdenkmöglichkeiten ermöglichen es am Ende einer Lerneinheit, zwischendurch, als Vorbereitung für Kind/Eltern/Lehrer/innen-Gespräche, als Vorbereitung auf Lernpräsentationen usw. Glücksmomente und Fortschritte selber wahrnehmen zu können und zu genießen...

 

Die Symbolkarten (Postkartengröße, Karton, abwaschbar, gut für die Hände der Schüler/innen geeignet) sind zum Selbstkostenpreis von Euro 8,-- erhältlich bei der

 

Medienstelle der Diözese Feldkirch

T 05522 3485 - 208 oder 142  oder                    

M medienstelle@kath-kirche-vorarlberg.at.

 

Weitere Einsatzmöglichkeiten:

Mit Kindern oder älteren Menschen den Tag oder die Woche reflektieren, ein Silvesterritual gestalten, Paarberatung, Mediation, Schulsozialarbeit (Konflikte...), in inklusiven Klassensettings für den Klassenrat, Teamsitzungen an Schulen oder anderen pädagogischen Einrichtungen usw.

Lernlandschaft Religion                                                              Inklusives Lernen im Religionsunterricht der 10 - 14jährigen

Lernlandschaften ermöglichen es unterschiedlichsten Schülerinnen und Schülern, an einem Thema mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und unterschiedlichem Tempo, mit verschiedensten Lern- und Reflexionsmöglichkeiten, einzeln oder gemeinsam mit anderen im Religionsunterricht zu lernen. Religionslehrer/ innen sind diejenigen, die Inhalte mithilfe verschiedenster Lernangebote vorbereiten und die Schülerinnen und Schüler in ihrem individuellen Lernprozess begleiten.

Einen kleinen Einblick gibt es hier...

Lernlandschaft Religion_ICH-DU-WIR: Wege der Barmherzigkeit

Lernlandschaft Religion_Barmherzigkeit.p
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Himmel und Erde berühren sich - aufstehen